Un albergo panoramico dai colori mediterranei, immerso nel cuore verde di Ischia: l'assolata Forio

Die Geschichte

Ischia, eine tausendjährige Kultur

Als sie Ischia zum ersten Mal vom Meer kommend aus erblickten, war ihnen sofort klar, dass diese Insel der richtige Ort war, um sich dort auf ihrer Eroberungsfahrt gen Westen niederzulassen. Jene griechischen Kolonisten der Antike, die sich auf die abenteuerliche Reise in die „westlichen Gebiete“, nach Esperia, Italien, begeben hatten, hatten bereits sehr genaue Vorstellungen davon, welchen Reichtum sie der fruchtbaren italienischen Erde abringen könnten. Sie waren nicht nur Schifffahrer, erfahrene Seeleute. Sie kannten sich aus in der Landwirtschaft, wussten, wie man die Felder bestellt, sie waren bewandert in der Kunst des Tonformens und in der Lage, Krüge und Gegenstände aus Keramik herzustellen, die sie dann mit Dekors von geometrischer Schönheit bemalten, und sie kannten sich aus in der Kunst des Eisenschmiedens.

Als Sie beschlossen, sich auf Ischia niederzulassen, taten sie das in der Überzeugung, dass unter all den Orten, derer sie vom Meer aus ansichtig geworden waren, dieser der Vielversprechendste war. Damit nimmt im 8. Jhd. v. Chr. eine der fruchtbarsten Erfahrungen ihren Anfang, die diese zum kampanischen Archipel gehörende grüne Insel je machen durfte, auch wenn die Zivilisation auf Ischia bereits sehr viel früher begonnen hatte, wie archäologische Funde belegen: so wurden in den weiter im Innern der Insel gelegenen Gebieten Werkzeuge aus Kieselstein und Obsidian aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. aufgefunden. Auf dem Hügel des Castiglione, auf halbem Weg zwischen Ischia Porto und Casamicciola, fand man Fragmente mykenischer Keramiken, die auf die Zeit zwischen 1500 und 1400 v. Chr. (Bronzezeit) datieren und ein Beleg sind für die Verbindungen zur Welt Altanatoliens und der Ägäis. Jedoch der Grad an Zivilisation und die Kultur, die die Griechen um 770 v. Chr. mitbrachten, war außergewöhnlich. Die Inselkolonie erhält den Namen “Pithekoussai”. “Pithekoussai” bzw. eingeitalienischt “Pithecusa”, ist die älteste Siedlung der Griechen im Westen, der Beginn von Großgriechenland (Magna Graecia).

Giorgio Buchner vermerkt, dass «durch die Euböer auf Pithekoussai die etruskischen, latinischen und italischen Völker zum ersten Mal in Kontakt mit der hellenischen Zivilisation traten, mit den Erzeugnissen des Kunsthandwerks der Welt des Ostens … Die bedeutsamste Errungenschaft war das Erlernen der Schrift». Allseits bekannte Zeugnisse dieser Epoche sind der „Nestorbecher“ mit seiner berühmten, aus drei Versen bestehenden Inschrift, die die Geburtstunde der alphabethischen Schrift markiert (ca. 725 v. Chr.) und der so genannte „Cratere del Naufragio“, das erste Beispiel für Vasenmalerei in der westlichen Welt.

Dann brechen die Griechen auf, um neue Gebiete im Westen zu erobern. Aber in all jenen auf Pithecusa verbrachten Jahren waren sie nicht untätig geblieben. Sie hinterlassen der Insel ihre Ackerbaukultur, den Weinbau, die Handwerkskunst, und, dank der mit den einheimischen Frauen eingegangenen Verbindungen, zahlreiche Nachkommen. Wie wir wissen, ist der Flügelschlag der Geschichte sehr schnell: neue Eroberer kommen auf die Insel und damit ändert sich erneut auch ihr Name. Die Römer geben ihr den Namen „Aenaria“, bauen dort ihre Villen und werten die Thermalquellen auf, insbesondere die Quellen von Nitrodi, wo verschiedene Flachreliefs gefunden wurden, welche die diesen heilkräftigen Wassern – wie man glaubte - innewohnenden Nymphen abbilden.

Nach dem Niedergang des Römischen Reiches wird auch Ischia Opfer der Invasion der in Italien eingefallenen Barbaren. Mitgerissen im Strudel des Schicksals, das die Stadt Neapel und die anderen Gebiete Kampaniens ereilt und unter den unterschiedlichen, ständig wechselnden Herrschern, verliert die Insel im hohen Mittelalter sogar ihren Namen und wird schlicht zu „insula“, also „Insel“. Aber womöglich war diese Bezeichnung gar nicht so „schlicht“ gemeint, wie man glauben könnte, denn „insula“ ist als Insel schlechthin zu verstehen. Es ist Papst Leo III, der sie in einem an Karl den Großen gerichteten Brief aus dem Jahre 813 zum ersten Mal so bezeichnet. Im Laufe der Zeit wird aus „insula“ zunächst „Insla”, dann “Isla” und „Iscla“, woraus schließlich der heutige Name Ischia abgeleitet wird. Ischia gerät unter die Herrschaft der Normannen, der Sueben, der Anjouaner und der Aragoneser. Während jener Zeit ist das bewohnte Herz Ischias ein kleines Inselchen im Meer vor dem östlichsten Teil der Insel: die Burgfestung „Castello Aragonese“, so genannt wegen der von Alfonso d’Aragona erbauten Befestigungsanlagen. Auf der Festung entstehen in rascher Folge Kirchen, Wohnhäuser und Paläste. Dann im 16. Jhd., mit der Ankunft von Vittoria Colonna, findet schnell auch die Kultur und die Hofetikette ihren Eingang in die Welt der Insel.

Und so kommen wir ins 18. Jahrhundert. Die Beutezüge der Piraten sind zu Ende, die europäischen Dynastien gefestigt. Auch die Vulkanausbrüche sind nur noch eine ferne Erinnerung, der letzte Ausbruch ereignete sich im Jahre 1301. Mit der neuen Dynastie der Borbonen gelangt Ischia wieder zu einiger Bedeutung. Karl III setzt eine Politik der sozialen Erneuerung um, schafft die Feudalherrschaft des Geschlechts der d'Avalos ab, erlässt Edikte gegen die verstreut in den Hügeln der Insel lebenden Briganten. Mit König Ferdinand II. der Borbonen wird der Kratersee der Insel zu einem Hafen umgebaut, feierlich eingeweiht am 17. September 1854. Die Borbonen realisieren auch eine wichtige Verkehrsverbindung der Insel, die nach ihnen benannte „Borbonica“, die Casamicciola mit Forio verbindet.

Den letzten großen Umbruch erfährt die Insel in den fünfziger Jahren. Bis dahin war Ischia bereits eines der beliebtesten Reiseziele in Kampanien, bekannt in aller Welt für die Schönheit seiner Natur und die berühmten Thermalquellen. Sogar Garibaldi besuchte die Insel, um sich dort von seinen Kriegsverletzungen zu kurieren. Ischia war eine der historischen Etappen der Grand Tour, Maler, Schriftsteller und Intellektuelle aus ganz Europa verbrachten lange Aufenthalte auf der Insel. Trotzdem war die Tourismuswirtschaft zum damaligen Zeitpunkt noch sehr „hausgemacht“, man improvisierte. Mitte der fünfziger Jahre kommt dann der Letzte der „Kolonisten“ auf der Insel an: der Mailänder Herausgeber und Produzent Angelo Rizzoli bringt eine neue Art des Tourismus nach Ischia. Er lässt den Thermal-Hotelkomplex des «Regina Isabella» errichten und das Krankenhaus «Anna Rizzoli». Damit ist der Weg geebnet für das große Unternehmertum im Tourismusbereich, und Ischia verdankt seine Bekanntheit nun nicht mehr allein der Schönheit seiner Natur, sondern auch der großartigen Kultur der Gastfreundschaft seiner Hotels, die die Insel zu einem der beliebtesten und angesehensten Ferienziele in aller Welt macht.

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